Zeremonien mit mehreren Sprachen

Über fünf Jahre ist es her, dass ich schon einmal über mehrsprachige Zeremonien geschrieben habe. Damals war ich knapp 2,5 Jahre als Rednerin selbstständig.

Inzwischen sind viele mehrsprachige Zeremonien dazugekommen. Manchmal habe ich alles gemacht, manchmal nur den deutschen Part. Und manchmal gibt es einfach eine Zeremonie komplett auf englisch, der dann alle Gäste folgen können. Genau das ist es nämlich: Wie auch immer eine Zeremonie mit mehreren Sprachen aussieht, sie muss für alle verständlich sein. Es bringt herzlich wenig, eine Rede in mehreren Sprachen zu halten, ohne die entsprechenden Abschnitte in allen Sprachen zu wiederholen. Klar dauert eine Zeremonie dann länger, anderfalls versteht aber jeder nur einen Abschnitt und somit am Ende genau gar nichts.

Natürlich können die Texte auch ausgedruckt und verteilt werden. Im Bestfall zumindest die Rede und andere wirklich wichtige Texte – Begrüßung, Gratulation etc. kann dann gesprochen werden.

Es gibt noch so viele Möglichkeiten, zwei- oder mehrsprachige Zeremonien zu gestalten. Schaut aber vor allem, dass alle möglichst viel und nicht alle nur bruchteilhaft etwas verstehen. Sonst gehen alle frustriert in die Feier – das will doch wirklich niemand!

2021/2022

Noch schreiben wir das Jahr 2020 und noch stehen Hochzeiten aus. Ja, auch mitten in der Corona-Zeit. Weil man ja feiern darf, wenn auch anders. Trotzdem haben viele Paare ihre Hochzeit verschoben und so ist mein Kalender für 2021 schon wirklich voll.

Seit kurzem kommen neue Anfragen für 2021, langsam trauen sich die Paare wieder zu planen. Und noch ist auch Platz – aber eben nicht mehr an jedem Tag. Zudem muss man bedenken: Ob und wie 2021 gefeiert werden kann, steht ja auch in den Sternen. Just saying.

Wer wirklich jetzt erst mit den Planungen beginnt, sollte vielleicht lieber auf 2022 ausweichen. Denn viele Dienstleister sind für das nächste Jahr schon vergeben (das geht ja nicht nur mir so), viele Location sind voll. 2022 scheint weit weg, allerdings haben wir auch schon fast Mitte September 2020. Da frage ich mich dann schon, wo das Jahr hin ist.

Wann auch immer ihr euch traut, ich freue mich, von euch zu hören!

Unsere Ringe auf unserem selbstgemachten und selbstbestickten Ringkissen. In 20 Tagen ist es auch schon wieder sieben Jahre her, dass wir uns kirchlich getraut haben.

Kopf-hoch-/Mutmachlieder

Inzwischen haben es alle mitbekommen: Dieses Jahr ist nicht so, wie wir es geplant haben. Dieses Jahr ist seit Anfang März ehrlich anstrengend. Vieles geht nicht (wie gewohnt), vieles fällt aus oder wird verschoben.

Da kam mir Mitte März die Idee, in der Story auf Instagram jeden Tag ein „Kopf-hoch-/Mutmachtlied“ zu posten. Und weil man auf einem Bein nicht stehen kann, gibts das auch auf meiner privaten facebook-Seite und im WhatsApp-Status. Da ich aber natürlich nicht wirklich Lieder wusste, oder eben nur ein ganz paar, habe ich gefragt: Was sind Eure Kopf-hoch-/Mutmachlieder? Es kamen so irre viele Sachen zusammen, man ahnt es nicht. Und nachdem ich dann dachte, dass es das war, kamen nochmal so viele und ich poste noch immer jeden Tag. Spannend, was euch allen so Mut macht. Was die Stimmung steigen lässt.

Ein paar Tage gibt es allerdings, da gibt es dem Tag entsprechendes. Heute zum Beispiel, zum Gedenken an den Beginn des 2. Weltkrieges. Scheinbar muss man sich diese Schrecken immer wieder bewusst machen, solange Menschen mit Reichkriegsflagge und ich weiß nicht was für einer abartig menschenverachtenden und rassistischen Einstellung vor dem Reichstag stehen. Ich teile das Lied (es ist Kopf-hoch-/Mutmachlied 167/x!)heute hier auch. Und appeliere einmal mehr #niewiederkrieg! (heute ist übrigens #antikriegstag)

(Klitzekleine Erklärung zum Lied: Am 01. September 1939 begann der 2. Weltkrieg. Kopf-hoch-/Mutmachlied 167/x ist die in Frankreich sehr bekannte Version eines Liedes, dessen Text von Walter Flex stammt. In seiner 1916 erschienen Erzählung „Der Wanderer zwischen beiden Welten“ findet sich das Gedicht „Wildgänse rauschen durch die Nacht“. Es verbreitete sich in der Wandervogelbewegung, der Bündischen Jugend und der katholischen Jugend. Später wurde es dann von der HJ, der Wehrmacht und der Waffen-SS vereinnahmt. Seit der Zeit ist es mit dem Makel des Nationalsozialismus behaftet gewesen.In Frankreich gehört das Lied zum Standardrepertoire der Pfadfinder, der Armee und der Fremdenlegion.Walter Flex wurde 1917 verwundet und starb einen Tag später. Beerdigt wurde er auf der Insel Saaremaa (Estland).)

Ideen? Ideen?! Ideen!

Wie ist das eigentlich, werde ich immer mal wieder gefragt, mit den Reden. Egal ob solche für Trauerfeiern, Hochzeiten, Willkommenfeiern. Oder auch Texte für welchen Anlass auch immer. Wie ist das, wie machst du das?

Dahinter steht meistens die Frage, wie mir Ideen kommen und wie ich diese dann zu Papier bringe. Tatsächlich kann ich zu dem „wie mir Ideen kommen“ nicht wirklich etwas sagen. Ich gehe mit wachen Augen und offenen Ohren durch die Welt. Sammel Eindrücke, Gesprächsfetzen, beobachte genau. Und dann kann es sein, dass sich da eine Idee draus spinnt. Eine Idee übrigens, die im Zweifel noch zig Mal verworfen wird. Oft kommen mir auch beim Autofahren Ideen. Und ich fahre ehrlich viel Auto. Im Jahr um die 50.000km. Da ist viel Zeit, die Gedanken kreisen zu lassen. Musik zu hören. Zu überlegen. Und dann sind da eben Gedankenfetzen und Ideen. Und wenn ich dann Zeit habe und zu Hause bin, dann setze ich mich hin und bringe die Ideen zu Papier. Manchmal stelle ich dann schon fest, dass sie Mist waren. Manchmal sind sie sofort richtig gut. Und manchmal kommen eben auch gar keine Ideen, dann fängt man erstmal irgendwie an und mit dem Schreiben kommt dann die ein oder andere Idee um die Ecke. Man kann es nicht erzwingen, machnmal hat man aber eben auch irgendwann Zeitdruck 😉 Ist so, kennen vermutlich die Meisten von uns.

Und manchmal ist ein Tag so knallvoll, dass man erst abends dazu kommt, einen Blogbeitrag zu schreiben. Wie heute. Das ist dann eben auch so. Immerhin kann ich euch so einen wunderschönen Sonnenuntergang mit auf den Weg geben. Das wäre vor- oder nachmittags eher verwirrend 😉

Hochzeitskleider

Wo wir letzte Woche bei William Shakespeare waren, nehme ich das doch direkt wieder auf. Anfang August 2007 lief in den Herrenhäuser Gärten „Kleider machen Liebe. oder: Was ihr wollt“ – ein Musical von Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig nach William Shakespeare. Am Ende kommt es zu Hochzeiten und ich werde nie vergessen, wie ich wie blöde den Fotoapperat von Mama einforderte, weil ich GENAU DIESES KLEID irgendwann einmal als Hochzeitskleid haben wollte. Es war 2007 noch lange nicht von Hochzeit die Rede, aber wir waren damals eben auch schon acht Jahre zusammen und frau kann ja nie zu früh vorsorgen 😉

Ich fand Hochzeitskleider tatsächlich immer schon toll. Wann immer ich an einem Brautmodenladen vorbei kam, habe ich geschaut. Schon als Kind, auch noch, als ich ein junger Teenie war und auch gänzlich ohne Absichten auch, als ich dann vergeben war. Ich fand es immer schon spannend, was für unterschiedliche Kleider es gibt, was für unterschiedliche Geschmäcker.

Noch heute gibt es Kleider, die finde ich absolut potthässlich und es gibt Kleider, die würde ich direkt für mich kaufen. Wohlgemerkt gilt das Gesamtbild, ich mag nicht per se die eine Richtung mehr als die andere. Und was ich unglaublich faszinierend finde: Seit über 10 Jahren hatte jede meiner Bräute und auch alle Bräute, bei deren Hochzeit ist privat war, IHR Kleid gefunden. So unterschiedlich die Bräute, so unterschiedlich die Kleider, so einend eins: Wenns passt, dann passt es. Ob wallewalle Ausfallend oder mega sexy eng anliegend. Oder auch Tracht, so wie die, die wir vor ca. zwei Jahren in Brixen sahen:

Achso: Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin damals nicht mit dem Foto vom Musical ins Brautmodengeschäft gegangen. Mein Kleid sah trotzdem ganz fast so aus, wie das aus dem Jahr 2007 in den Herrenhäuser Gärten. Weil ich seitdem einfach wusste, was ich wollte. Und wie soll euer Kleid aussehen oder wie sah es aus?

Was ihr wollt

Keine Sorge: Es gibt hier keine Abhandlung oder Interpretation des gleichnamigen Stückes von Shakespeare (wobei das tatsächlich mal lustig wäre ;-)). Ich musste mir nur mal Aufmerkamkeit erhaschen durch die Nutzung dieser drei berühmten Worte.

Es ist nämlich so: Zu dem ein oder anderen Brautpaar scheint es noch nicht vorgedrungen zu sein. Der Hochzeitstag ist EUER Tag! Da bestimmt genau IHR, was geschieht und was nicht geschieht (manchmal ist das tatsächlich noch wichtiger!). Und leider scheint es auch zu dem ein oder anderen Dienstleister nicht durchgedrungen zu sein: Es ist der Tag des Brautpaares.

Warum ich das so deutlich schreibe? Im Moment sehe ich vermehrt, dass Dinge rund um die Hochzeit als absolut gesetzt werden. Nicht ein „es gibt dieses und dieses und dieses und wir können es auch noch ganz anders machen“, sondern ein „dies und das und jenes gehört einfach dazu, erfreut die Gäste, lässt euch staunen, etc.pp.“. Meiner langjährigen Erfahrung nach (die erste Hochzeit habe ich vor über 10 Jahren gefeiert und seit dem 01.01.´13 bin ich selbstständig!) ist es unfassbar egal, was einem Paar vorgegaukelt wird, was es alles braucht. Das Meiste davon braucht kein Mensch, außer die, die es verkaufen… Es ist dann leider kein Wunder, dass Hochzeiten so teuer werden, wenn jeder Zipp und Zapp noch als lebensnotwenig für eine Hochzeit angesehen wird – nicht, weil man es wirklich so denkt, sondern weil es einem so suggeriert wird.

Ja, auch eine freie Trauung braucht man nicht. Das stimmt. Und ja, viele andere Sachen bucht man noch dazu, weil man es mag. Das ist dann auch vollkommen in Ordnung. Ich appeliere aber wirklich an beide Seiten: Brautpaare und Dienstleister. An die Brautpaare: Macht wirklich nur, was IHR wollt. Ihr braucht gar nichts, wenn ihr es nicht wünscht. Und an die Dienstleister: Suggeriert bitte nicht bei jedem Krams, dass es notwendig ist. Schaut lieder zusammen mit dem Paar, dass alles auf eben dieses abgestimmt ist – auch wenn das Kreativität und nicht 0815-Schema braucht.

Hach, es wäre so schön, wenn ich mich in diesem Punkt nicht immer und immer wiederholen müsste. Okay, müsste ich nicht. Aber ich kann da eben nicht schweigen. Das wäre den Paaren unehrlich gegenüber und das wäre nicht ich.

Bald geht´s weiter

So langsam aber sicher werden wieder Familienfeste gefeiert. Je nach Bundesland gibt es dafür mehr oder weniger zugelassenen Gäste, Hygienekonzepte oder Vorschriften, die eingehalten werden müssen – oder in manchen Fällen auch nicht (fragt nicht, finde ich auch grob fahrlässig!). In jedem Fall geht es weiter. Was klar war, denn es geht immer weiter. Bald dann also auch bei mir und mit Hochzeiten und nicht nur Beerdigungen – gestorben wurde ja natürlich auch seit dem „Lockdown“ (wir können so froh sein, dass wir keinen hatten!!!).

Ich freue mich auf meine -vermutlich zwei- Hochzeiten in 2020 und ich freue mich auf alles, was dann in 2021 kommt. Wer da noch heiraten möchte, muss fix sein. Der Kalender ist im Grunde voll. Anfragen für 2022 kann ich dagegen gut annehmen und muss sie nicht in 90% der Fälle absagen. Traut euch, ich freue mich auf euch!

Der Hochzeitsbogen steht, es fehlen „nur noch“ Paar, `Altar´, meine Wenigkeit und die Gäste. Bald aber, ganz bald, geht es wieder los! 🙂

Licht und Schatten

Als niedersächisches Kind der 1990er Jahre hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mit NDR 1 Niedersachsen groß zu werden. Früher liefen da vorwiegend Barden wie die Flippers, Andy Borg oder die Kastelruther Spatzen. (Tatsächlich habe ich als ganz-knapp-noch-Kindergartenkind mal bei „Ihre 7“ mitgemacht, dann liefen immerhin sieben Lieder, die ich gut ertragen konnte.) Nun, zurück zum Thema: Wenn man mit den Liedern u.a. der oben genannten groß wird, dann wird man auch mit gesungenen Weisheiten wie „ohne Regen gibt es keinen Regenbogen“ groß. Da ist nichts falsch dran, man kann sich allerdings fragen, ob solche Banalitäten ernsthaft vertont werden müssen. Als ich allerdings das Foto aufnahm und mich zuerst über das Schattenspiel ärgerte, fiel mir dieses Liedchen ein. Und dass ohne Licht kein Schatten sein kann und man ohne Schatten auch das Licht nicht schätzen kann. Also im übertragenen Sinne. Und darum auf diesem Weg: Ich wünsche euch, dass ihr immer die Gewissheit habt, dass dem Schatten Licht folgt. Und dass ihr Menschen um euch habt, die mit euch vom Schatten in den Licht gehen und euch nicht im Regen bzw. Schatten stehen lassen – wie man so sagt. Und: Ich bin sehr dankbar, dass ich solche Menschen um mich habe. Ohne sie wäre ich nicht ich. Banal aber wahr.

Vorlaufzeit

Je nach Art der Zeremonie gibt es unterschiedliche Vorlaufzeit. Hochzeiten werden oftmals schon weit im Voraus geplant und so wird auch zu mir früh Kontakt aufgenommen. Beerdigungen finden -das liegt in der Natur der Sache- meistens ein paar Tage nach dem Tod statt und daher läuft die Vorbereitungszeit da sehr spontan und zeitnah. Und Willkommensfeiern liegen irgendwo dazwischen. Eigentlich.

Uneigentlich hatte ich schon Beerdigungen, da hatte ich fast mehr Zeit, als bei Hochzeiten. Weil sich mit der Urnenbeisetzung viel verzögert hat. Und weil Urnenbeisetzungen eh immer mehr Vorlauf haben als Erdbestattungen. Und dann sind da auch immer mal wieder Hochzeiten, die sehr spontan sind. Da reichen dann auch sechs Wochen oder weniger. Alles schon da gewesen. Man muss eben nur wissen, ob man eine Zeremonie so spontan annehmen und bedienen kann. Egal welche. Es ist ja nicht damit getan, am besagten Tag frei zu haben. Man muss Zeit für das Vorgespräch haben und für das Verfassen von Rede und Zeremonie. Das ist das, was dauert. Wenn man diese Zeit hat, dann kann auch eine Hochzeit spontan geplant und umgesetzt werden.

Dieses Jahr ist dann auch eh nochmal alles anders. Die Hochzeit, die ich als nächstes feiern darf, die ist halbwegs spontan. Viele Hochzeiten, die verschoben werden, haben dann eine wirklich lange Vorlaufzeit (manchmal von 1,5 Jahren) und andere Hochzeiten, die für den Herbst geplant sind, laufen ganz normal ab. Ein bunter Misch in einem kuriosen Jahr.

Wann habt ihr eure Hochzeit zu planen begonnen? Oder die Willkommenfeier für euren Schatz? Und war das -im Nachhinein- okay oder zu wenig oder zu viel Zeit?