10. Todestag Robert Enke

Am Sonntag ist der 10. Todestag von Robert Enke. Hier meine Gedanken dazu:

„Die genaue Uhrzeit weiß ich nicht mehr, dass mir das Abendbrot halb aus dem Mund fiel und wir stumm in der Küche saßen, es nicht begriffen haben, das weiß ich noch. Die Stimmung in der Stadt, auch Tage danach, die habe ich nicht vergessen. Auch nicht die Hoffnung, dass sich nun etwas ändert im Umgang mit den Mitmenschen – zumal, wenn sie depressiv sind. Es hat sich nichts geändert. Oft denke ich, es ist noch schlimmer geworden, dieses Miteinander oder eben Gegeneinander. Lasst uns das besser machen, was vor 10 Jahren in all der Trauer wuchs, lasst uns eins nie vergessen: Mitmenschlichkeit.“

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So viele neue kleine Erdenbürger – was für ein Segen!

Im Freundes- und Bekanntenkreis werden gerade ganz viele neue Erdenbürger geboren. Solche, bei denen Schwangerschaft und Geburt unkompliziert waren, und solche, bei denen (beid)es kompliziert war. Alle haben schon von Anfang einen einen Rucksack für ihren Lebensweg, den ich gerne mit Hoffnung, Mut und vielen weiteren guten Wünschen fülle. Das schönste, was man einem Kind mit auf seine Reise geben kann, ist -meiner Meinung nach- von Reinhard Mey getextet worden. Und auch, wenn ich das noch nie verwendet habe, nicht privat und nicht beruflich, ich möchte es gerne mit euch teilen:

„Sieh dich um, nun bist du ein Teil der Welt,
die sich selbst immerfort in Frage stellt,
wo Menschen ihren Lebensraum zerstör’n,
beharrlich jede Warnung überhör’n.
Ein Ort der Widersprüche, arm und reich,
voll bitt’rer Not und Überfluss zugleich,
ein Ort der Kriege, ein Ort voller Leid,
wo Menschen nichts mehr fehlt, als Menschlichkeit!

Wenn alle Hoffnungen verdorr’n,
mit dir beginn‘ ich ganz von vorn,
und Unerreichbares erreichen, ja, ich kann’s,
du bist das Apfelbäumchen, das ich pflanz‘!

Du bist ein Licht in ungewisser Zeit,
ein Ausweg aus der Ausweglosigkeit,
wie ein Signal, den Weg weiterzugeh’n,
Herausforderung weiter zu bestehen.
Wo vieles voller Zweifel, manches zum Verzweifeln ist,
da macht ein Kind, dass du alle Zweifel vergisst.
Es sind in einer Welt, die ziel- und ratlos treibt,
die Kinder doch die einz’ge Hoffnung, die uns bleibt!“
(aus ‚Mein Apfelbäumchen‘)

Ich freue mich schon jetzt, wenn es im Frühjahr wieder losgeht mit den Willkommensfeiern 🙂

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Hochzeit unter der Chuppa

Eine jüdische Hochzeit findet -anders als so ziemlich alle Hochzeiten sonst- niemals nicht an einem Samstag statt. Logisch. Samstag ist Sabbat, der Tag der Ruhe. Da ist an Hochzeit nicht zu denken.

Wenn die Hochzeit dann stattfindet, treten Braut, Bräutigam und Rabbi unter die Chuppa, einen aus Samt und Seide verzierten Baldachin, der von vier Stangen gehalten wird. Warum? Weil diese Chuppa an die biblische Zeit erinnert, in der Juden noch in Zelten lebten. Eine besonders schöne Chuppa habe ich hier für euch und es ist mehr als passend, dass dieser Beitrag an einem Dienstag online geht, an dem Tag, an dem immer mehr Juden heiraten. Gilt er doch als ganz besonderer Schöpfungstag und soll somit auch der Ehe Glück bringen.

Chuppa
Chuppa

Kein Scherz: Grabträger gesucht

Ich kann mir vorstellen, dass es die Eine oder der Andere (im ersten Moment) lustig findet. Tatsächlich ist es aber alles andere als witzig, denn es fehlt an Grabträgern. Oder Sargträgern. Nennt es, wie ihr wollt. So oder so fehlt ihnen der Nachwuchs. Warum in diesem Bereich Nachwuchs wichtig ist? Nun, nicht immer sind die Angehörigen in der Lage, das Amt zu übernehmen. Manchmal gibt es auch schlicht keine Angehörigen, die die Aufgabe überhaupt übernehmen könnten. Und nicht immer sehen sich Freunde, Vereinskollegen oder andere der/dem Verstorbenen nahe stehenden Menschen in der Lage, das Amt auszuführen. Dann braucht es Grabträger. Und die sind eben leider immer schwerer zu finden. Hoffen wir, dass sich dieses ändern wird!

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Letztes-Geleit-Sargtraegern-fehlt-der-Nachwuchs,hallonds54392.html

Kosten – das liebe Geld

Es heißt, dass man über Geld nicht spricht. Das stimmt allerdings natürlich nicht, denn jeder Kunde möchte wissen, was ihn meine Leistung kostet. Logisch, ich würde es auch wissen wollen. Manchmal höre ich dann, dass das aber wirklich viel Geld ist – und manchmal auch, dass andere viel mehr nehmen. Mir geht es da, wie so vielen Kolleginnen und Kollegen. Und darum verweise ich an dieser Stelle gerne an einen Beitrag von Anja Happe, den ich absolut teile und der zu 99% auch auf mich zutriftt, was die Vorgehensweise rund um die Hochzeitszeremonien betrifft: https://goldroeschen.de/news/blog/86-was-kostet-ein-hochzeitsredner-fuer-eure-freie-trauung

Wenn ihr Fragen habt, dann immer her damit. Denn wie gesagt: Es stimmen nur 99% vom Text mit mir überein 😉

Tschüss, Sommer – oder: der Herbst ist da!

Draußen ist es stürmisch, es regnet, die Blätter werden und sind bunt: der Herbst ist da. Und nun? Alles vorbei? Keine Hochzeiten mehr? Nein, natürlich nicht. Denn auch im Herbst kann man ganz wunderbar heiraten. Und nach nun fast sieben Jahren als Selbstständige kann ich sagen, dass der Herbst immer beliebter wird. Der Mai ist gar nicht mehr DER Hochzeitsmonat.

Tatsächlich gibt es auch keine Dinge, auf die ich extra hinweisen müsste, nur weil Herbst ist. Ein Plan B für den Regenfall braucht es auch im Frühling und Sommer, etwas Warmes zum Überziehen auch. Das ist nichts herbstspezifisches. Naja, der Herbststurm kommt eben nur im Herbst, aber auch für ihn gilt nur Plan B, den man eh haben sollte.

Ich wünsche euch eine schöne Woche und falls jemand vor hat (noch) im Herbst zu heiraten: Macht das! Haben wir auch und es war traumhaft! Dieses Licht, diese Farben. Einfach super!

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Nervosität oder: Gleich geht es los

Zweieinhalb Wochen ist es her, dass ich bei Herbert Grönemyer in Hannover war. Zweieinhalb Wochen ist somit das Foto unten her, dass ich bei WhatsApp in den Status gesetzt habe. Warum? Weil ich mich zum Einen natürlich sehr gefreut habe, Grönemeyer wieder live zu sehen (das bis dato erste und letzte Konzert war im Rahmen der Mensch-Tour und somit ewig her), zum Anderen aber, weil es eine ganz besondere Stimmung war, so kurz vor Beginn. Wie vor einer Zeremonie. Da merkt man diese besondere Stimmung. Bei den Gästen, dem Brautpaar (oder einem Teil davon), bei den Eltern des „Täuflings“ aber auch bei den Trauergästen. Was mag da nun wohl kommen, ist die Frage, die allen im Kopf rumschwirrt. Auch mir. Jedes Mal wieder. Denn dadurch, dass ich mit Menschen arbeite, kann ich nie wissen, wie die Zeremonie verläuft. Planen und hoffen schon, aber nicht wissen.

Pläne können umgerissen werden, da reicht es, wenn die Braut nicht ganz pünktlich ist. So what!? Es ist menschlich. Fängt man eben später an. So wie Herbert Grönemeyer vor zweieinhalb Wochen. Die drei Stunden nach dem Warten waren dafür um grandioser und genau das ist es, was ich von mir von den Zeremonien erwarte. Ich freue mich, dass ich diese Erwartungshaltung erfüllen kann, danke an euch alle, die ihr mich gebucht habt, für das Vertrauen!

Noch fünf Minuten